Gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020, ITAT 4002.

Im Atem des Lebens

Im Atem des Lebens
8. Tag

Stunde in Stille: nach Virgen ab Platz mit Mühlrad
 

Die Sprache zeigt die Verbindung des Atmens mit spiritueller Erfahrung: Im altindischen Sanskrit bedeutet „atman“ Lebenshauch/Atem/Seele. Im Hebräisch der Bibel heißt „ruah“ Wind/Atem/Gottes Geist.
 

Dieser Zusammenhang ist in Gen 2,7 der Bibel in einem poetischen Bild erfasst:

Gott, der Herr, formte den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
 

In Joh 20,19-22 wird beschrieben:

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht … bei verschlossen Türen beisammen waren,  kam Jesu, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! … Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich auch euch! Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist.
 

Der Tod Jesu führte bei seinen Jüngern zum Ersticken ihrer Hoffnung. In der Begegnung mit dem Auferstandenen und in seinem Anhauchen werden sie wie neu geschaffen. 
 

Das (Auf-)Atmen der Seele in der Gegenwart Gottes nennen die Religionen „beten“ und „meditieren“.

Übung

  • Mit dem Atmen beten: Das Verbrauchte und Unreine im Inneren benennen und mit der Luft immer wieder ausatmen.
  • Den Lebensatem, den Geist und die Liebe Gottes, … , die Fülle, das Auferstehungsleben mit der Luft immer wieder einatmen.
  • In der Ruhephase des Atmens in seinen Frieden kommen.
  • Das „Jesusgebet“ der orthodoxen Christen einüben: beim Einatmen „Herr Jesus Christus“ und beim Ausatmen „Erbarme dich meiner“ sagen oder in einem anderen angemessenen Rhythmus einüben.
08 - Obermauern - Kals