Gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020, ITAT 4002.

Für wen gehst du?

Für wen gehst du?
6. Tag

Stunde in Stille: zwischen „Wegelate Säge“ und Unterstaller Alm
 

Eine chassidische Erzählung:
In der Stadt, wo Rabbi Naftali lebte, pflegten die Reichen, deren Häuser einsam oder am Stadtrand lagen, Männer anzustellen, die nachts über ihren Besitz wachen sollten. Als Rabbi Naftali eines Abends spät spazieren ging, begegnete er solch einem Wächter, der auf und nieder ging. „Für wen gehst du?“, fragte er ihn. Der gab Bescheid, fügte aber dann die Gegenfrage daran: „Und du, Rabbi, für wen gehst du?“

Das Wort traf diesen wie ein Pfeil: „Noch gehe ich für niemanden“, brachte er nur mühsam hervor. Dann schritten beide langsam schweigend nebeneinanderher. Schließlich fragte der Rabbi den Wächter: „Wärest du bereit, mein Diener zu werden?“ „Das will ich gerne tun“, antwortete der Wächter, „aber was habe ich zu tun?“ „Mich zu erinnern“, sagte der Rabbi, „an die Frage, für wen ich gehe.“
 

Auch einer jungen Albanerin stellte sich diese Frage. Sie war nach Indien in einen Orden gegangen. Dort war sie Erzieherin für Töchter wohlhabender Familien. Eines Tages hörte sie in sich: „Mich dürstet.“ Was soll das? Wer spricht da? Sie hörte die Stimme eines anderen. – Nach und nach wurde ihr klar, dass „Mich dürstet“ die Worte Jesu am Kreuz sind, dass er sie zu ihr spricht. Er hat Durst in den notleidenden Menschen und danach, dass sie ihm in ihnen zu trinken gebe. Das war der Beginn des Weges von Mutter Theresa.

Übung

  • Für wen und für was gehe ich? Für mich? Für meine Familie? Meine Arbeit? Für …? Für Gott?
  • Wozu spüre ich einen Ruf, eine Berufung? Wo höre ich: Mich dürstet?
06 - Kalkstein - St. Jakob im D.