Gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020, ITAT 4002.

Der Sehnsucht auf der Spur

Der Sehnsucht auf der Spur
2. Tag

Stunde in Stille: nach Thal oder ab Schwarzboden


Sehnsucht

„Alles beginnt mit der Sehnsucht.
Immer ist im Herzen Raum für mehr,
für Schöneres, Größeres.
Das ist des Menschen Größe und Not:
Sehnsucht nach Stille,
nach Freundschaft und Liebe. 
Und wo Sehnsucht sich erfüllt,
dort bricht sie noch stärker auf.
Fing nicht auch Deine Menschwerdung, Gott
mit dieser Sehnsucht nach dem Menschen an?
So lass nun unsere Sehnsucht damit anfangen,
dich zu suchen,
und lass sie damit enden,
dich gefunden zu haben."

Ein Gedicht von Nelly Sachs, einer Dichterin jüdischen Glaubens, die durch rechtzeitige Flucht aus Deutschland nach Schweden den Holocaust überleben konnte.

Übung

  • Am zweiten Tag des Pilgerweges ist es gut, in mich hineinzuhorchen, was ich ersehne, was mich zu diesem Unternehmen hat aufbrechen lassen. Ich lasse meine wichtigsten Wünsche in mir aufsteigen – wie aus feuchter Erde im Licht der Sonne morgens Dampf aufsteigt – gebe ihnen in mir Raum, gebe ihnen einen Namen.
  • Welche Wünsche haben sich in meinem Leben bereits erfüllt?
  • Ich vertraue erfüllte und unerfüllte Sehnsucht in einem inneren Dialog jemandem an: mir selbst, einem vertrauten Menschen oder Gott.
  • Ich lese das Gedicht von Nelly Sachs zu Ende.
02 - St. Korbinian - Maria Luggau