Gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020, ITAT 4002.

Das Lied der Geschöpfe

Das Lied der Geschöpfe
1. Tag

Wegstunde in Stille:
zwischen Maria Lavant und Ulrichsbichl


Wenn wir selber still bleiben und auf alle Medien verzichten, kommt die Wahrnehmung unserer fünf Sinne zur vollen Entfaltung.


Vorerst nur schauen. Ungeteilt. Sonst nichts.
Dann nur hören, riechen, schmecken, tasten.
Wir haben auch innere Sinne. Mit ihnen können wir so etwas wie das innere Leuchten der Welt „sehen“ oder mit den Worten Eichendorffs das Lied „hören“, das in allen Dingen schläft.


Franz von Assisi nennt seinen Sonnengesang „Lied der Geschöpfe“. Er „schaut“ darin die geradezu familiäre Verbindung mit allen Geschöpfen und ihrem Schöpfer:


„Herr sei gelobt durch Bruder Sonne, er ist der Tag, der leuchtet für und für. Er ist dein Glanz und Ebenbild, o Herr.

Herr sei gelobt durch unseren Bruder Wind, durch Luft und Wolken und jeglich Wetter, … durch Schwester Wasser, Mutter Erde“.


Der vollständige Liedtext findet sich im Gotteslob Nr. 864 und 19,2.

In naturwissenschaftlicher Sprache kann man die Welt als eine unermessliche Vielzahl offener Kreisläufe begreifen, die miteinander in Beziehung stehen: der Kreislauf des Wassers, der Sonne, der Nahrung, … Es liegt nahe, dass das Universum auch in seiner Gesamtheit offen ist auf ein Geheimnis, das es übersteigt, umfängt und trägt; das selbst wieder in unermesslicher Verbindung mit allen Kreisläufen und Wesen steht (vgl. die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus)

Übung

  • Pilgern mit offenen Sinnen: sehen, hören, riechen, schmecken, tasten.
  • Dabei alles innerlich verspüren, danken für …
  • Den Sonnengesang persönlich weiter entfalten.
01 - Lavant - St. Korbinian