Bergpilgern
Ein spiritueller Reiseführer

Der Bergpilgerweg Hoch und Heilig führt auf neun Etappen durch unberührte Osttiroler Bergnatur und durch grenznahe Sehnsuchtsorte in Kärnten und Südtirol. Er „erzählt“ den Pilger*innen von der Schöpfung und ihren Wundern. Von der Vielfalt der lebendigen Natur und dem ursprünglichen Leben in den Bergen. Vom bäuerlichen Wissen und Glauben. Einkehr haltend in traditionellen Bergdörfern, ermöglicht er berührende Begegnungen mit herzlichen Menschen.

„Aufbrechen – Unterwegs sein – Ankommen“

Die spirituelle Trilogie des Pilgerns.

Pilgern – jede/r kann sich auf den Weg machen! Ich breche auf und schärfe meine Sinne. Mein Herz öffnet sich im Gehen und bringt Wahrnehmen und seelisches Befinden in Einklang. So geht es über Stock und Stein, bergauf und bergab. Dabei reife ich und komme mehr und mehr zu mir. Wenn ich am Ende zutiefst zufrieden und gestärkt an meinem Ziel ankomme, bin ich reicher als der, der aufgebrochen ist; reicher als die, die sich auf den Weg gemacht hat.

Aufbrechen, unterwegs Sein, Ankommen - die spirituelle Trilogie des Pilgerns.

Interessant daran: Diese Trilogie gliedert auch den Alltag. Nur wenige sind sich dessen bewusst.

Jeder Tag im Leben beginnt in der Früh mit einem Aufbruch. Man ist jeden Tag unterwegs, ob in der Arbeit oder Zuhause, mit Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, in der Familie oder mit Freunden. Und jeder Tag endet mit einem abendlichen Ankommen.

Das Aufbrechen lässt sich überall üben und anwenden. Nicht nur im Urlaub. Auch zuhause. Wer in der Früh bewusst aufbricht, macht aus dem Tag etwas Besonderes. Dasselbe gilt fürs Unterwegssein. Es mit einem wachen Geist zu erfüllen, macht buchstäblich Sinn. Ebenso das Ankommen am Abend. Hier gilt es, das Loslassen zu üben. So kann der nächste Tag aufs Neue wie ein beglückendes erstes Mal erfahren werden.

Ja, Pilgern verleiht mir eine spirituelle Haltung, von der ich auch im Alltag profitiere!

Zunehmend mehr Menschen wenden sich angesichts der weltweiten Zerstörungen von einer allzu materialistischen, sinnentleerten Haltung ab. Die Angebote des Bergpilgerwegs Hoch & Heilig kommen daher gerade recht.

Der Bergpilgerweg offeriert lustvoll-spirituelle, tiefgehende Erfahrungen. Ich muss ihn dabei nicht als Ganzes begehen. Es genügen auch einzelne Etappen oder Teile davon. Eine spirituelle Pilgerhaltung kann jede/r erlernen. Mit dem Leben verbundene Menschen, egal welcher Religion, Atheisten und Agnostiker*innen.

Das ist daher die Zielgruppe von Hoch & Heilig: der Mensch am Übergang in ein neues Zeitalter, auf das viele hoffen und vertrauen.

 

 

Ins Leben AUFBRECHEN

Ich mache mich auf den Weg. Auf ein unvergessliches Erlebnis, das mich zu Fuß über den Bergpilgerweg durch Osttirol führt. Ich wandere entlang rauschender Bäche und lausche der Stimme des Wassers. Ich durchquere stille Wälder, das Streifenlicht der Sonne erzeugt einen magischen Raum, in dem meine Augen baden. Ich komme durch urwüchsige Dörfer, deren Menschen mich willkommen heißen. An altehrwürdigen Kirchen halte ich inne und horche in mich hinein. Beim Rasten genieße ich die sinnlichen Freuden lokaler Kost. Ein unerwarteter künstlerischer Höhepunkt gräbt sich schillernd in meine Erinnerung ein. Worum es sich handelt? Das verrate ich nicht. Am besten, du findest es selbst heraus!
 

Das Leben Feiern – UNTERWEGS sein

Sich ins Leben verlieben! Zu Fuß über den Hoch & Heilig Bergpilgerweg durch Osttirol und es ist um mich geschehen. Ein spirituell unvergessliches Erlebnis. Mit kundiger Begleitung über einsame Almen und Gipfel, entlang wilder Bäche, durch unberührte Wälder und ursprüngliche Dörfer. Mit offenen Augen und Ohren, mit wachen Sinnen. Schauen, Horchen, nach außen und nach innen. Schritt für Schritt finde ich im Gehen zu mir und erkenne meinen Sinn im Leben. Das Beste: Ich bin dabei nicht allein, sondern teile meine Freuden mit Freund*innen, die ich im Gehen gefunden habe. Ein Rasttag entpuppt sich als Geschenk für meine Entfaltung. Dabei entdecke ich die Schöpfung mit neuen Augen. Ein inniges Gefühl dankbarer Freude macht mich glücklich.

 

Im Leben ANKOMMEN

Ich habe mit offenen Augen davon geträumt. Von einem unzerstörten Leben in geteilter Freude. Jetzt ist es soweit. Zu Fuß über den Hoch & Heilig Bergpilgerweg. Eine spirituelle Entdeckungsreise zu den Schätzen der Osttiroler Bergwelt und mir selbst. Ungeahnte Kostbarkeiten entlang des Weges. Natürliche und kulturelle Juwelen. Betanien, das Haus der Stille in den Bergen. Die Unterstaller Alm mit ihren entschleunigten Rhythmen menschlichen Lebens. Das Villgrater Törl mit seiner imposanten Bergkulisse. Und vieles anderes mehr. Einzigartige Momente, die das Leben feiern. Unvergessliche Feste der Sinne. Zugleich öffnet sich im Gehen eine Tür zu meinem inneren Reichtum. Ich komme an und bin verwandelt.

Vom Pilgern zur spirituellen Lebenshaltung

Spiritualität

ist eine tiefe innere Erfahrung, die einen Menschen mit sich und seiner Umwelt in Einklang kommen lässt; ist das Bewusstsein des eigenen Seins und der daraus entstehenden Wirkung auf die gesamte Schöpfung; ist eine Möglichkeit, sich mit der eigenen Sinnsuche und damit auch Sinnfindung auseinander zu setzen; ist der Weg zum eigenen inneren Frieden und zum Glücksempfinden; ist eine Kraftquelle, die die eigene Lebensfreude nährt; ist ein Urgrund des Seins.

Jeder Tag im Leben beginnt in der Früh mit einem Aufbruch. Man ist jeden Tag unterwegs, ob in der Arbeit oder Zuhause, mit Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, in der Familie oder mit Freunden. Und jeder Tag endet mit einem abendlichen Ankommen. Aufbrechen – auf dem Weg sein – Ankommen; diese Trilogie gliedert auch den Alltag. Nur wenige sind sich dessen bewusst.

Das Aufbrechen lässt sich überall üben und anwenden. Nicht nur im Urlaub. Auch zuhause. Wer in der Früh bewusst aufbricht, macht aus dem Tag etwas Besonderes. Dasselbe gilt fürs Unterwegs-sein. Es mit einem wachen Geist zu erfüllen, macht buchstäblich Sinn. Ebenso das Ankommen am Abend. Hier gilt es das Loslassen zu üben, damit der nächste Tag aufs Neue wie ein beglückendes erstes Mal erfahren werden kann.

Wer Spiritualität zu seiner Haltung macht, profitiert davon im Alltag. Dass sich zunehmend mehr Menschen angesichts der weltweiten anthropogenen Störungen von einer allzu materialistischen, sinnentleerten Haltung abwenden, lässt sich nicht von der Hand weisen.

Der Pilgerweg verwandelt sich in eine Gelegenheit für lustvoll-spirituelle Übungen. Er muss dabei nicht als Ganzes begangen werden. Es genügen auch einzelne Etappen oder Teile davon.

Eine spirituelle Pilgerhaltung kann jede und jeder erlernen. Er oder sie muss kein praktizierender Gläubiger und Anhänger egal welcher Religion sein.

Wer mit wachen Sinnen und leichtem Gepäck durchs Leben geht, setzt das Sein als Priorität an die Stelle des Habens. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine klimaneutrale, enkeltaugliche Zukunft, in der das Leben als heilig erkannt und gefeiert und nicht zerstört wird.

Naturerfahrungen unterstützen dabei, den Lebensfunken in sich Hautnah zu spüren. Diese Erfahrungen werden möglich, indem ich mich zu Fuß auf den Weg mache und mich in der lebendigen Begegnung mit der Schöpfung wahrnehme und erkenne.

 

Die bloße Urlaubserfahrung verwandelt sich in eine spirituelle Erfahrung, wenn die äußere Wahrnehmung zu einer inneren Empfindung wird, die in der Seele weiterklingt. Außenwelt und Innenwelt verbinden sich. Dies kann durch begleitende Impulse erleichtert werden.

Leitfaden für persönliches spirituelles Erleben

Verorten - Erfahrung außen - Erfahrung innen

Verorten

Das Umfeld erkennen.

 

Welche Erfahrungen sind hier möglich?

Welche Sinne werden besonders angesprochen?

Erfahrung außen

Kontakt aufnehmen mit dem Außen.

Sich verbinden, Übungen wählen, welche die Sinne ansprechen.

Erfahrung innen

Kontakt aufnehmen mit dem Innen.

Sich an Ereignisse erinnern, begleitenden Gefühle wahrnehmen, negative enden lassen und positive stärken.

AUFBRECHEN

Allgemein

Welcher Art ist der Ort? (Naturort? Kulturort? Historische Stätte? …)
Welche sinnesspezifischen Erfahrungen bietet der Ort?

z.B. Historische Stätte: Was lässt sich hier über das Leben von früher wahrnehmen?
Akustische Erfahrungen, optische Erfahrungen, haptische Erfahrungen, olfaktorische Erfahrungen, kinästhetische Erfahrungen, andere …

In meine eigene Geschichte zurückblicken. Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?

Woran rühren diese Erfahrungen in mir?

Woran erinnern sie?

Wie fühlt sich diese Erinnerung an?

Wirken lassen.

KONKRET

Lavant, Kirchbichl, Bischofskirche, historische archäologische Ausgrabungsstätte;
optische Wahrnehmung.

siehe: Der Lavanter Kirchbichl - Archäologie- u. Kirchenführer/ein heiliger Berg in Tirol. Grandiose Aussicht, alle Sinne werden angesprochen.

In der Kirche bewusst Bodenkontakt mit den Füßen aufnehmen; nachsinnen, wer meine VorfahrInnen damals wohl waren. Wie haben sie gelebt? Wen von meinen Ahnen kenne ich noch? Woher stammt mein Leben? Bewusst sein "Ich bin hier und jetzt zu dieser Zeit".

UNTERWEGS SEIN

ALLGEMEIN

Besondere Erfahrungspunkte entlang des Weges recherchieren, lokalisieren und auswählen.
Welche sinnesspezifischen Erfahrungen liefern diese Orte?

Wasserfall, ein idyllisches Waldstück, ein alter Baum, Weitblick, Natürliches, Kulturelles, …
Übungen zum sinnlichen Erfahren dieser Phänomene: Augen, Ohren, Nase, Beine, Hände, der gesamte Körper

Das Fließen in mir … welches schützende Dach habe ich im Leben? Wie bin ich verwurzelt? ...
Woran rühren diese Erfahrungen in mir?
Wie kann ich sie nutzen?

KONKRET

Wasserfall zwischen Alpe Stalle und St. Jakob. Uralte Latschenkiefer am Wegrand.
Wegbeschaffenheit bergauf und bergab.

Auf kinästhetische Erfahrungen achten.
Welche haptischen Erfahrungen nehme ich wahr (z.B. Sprühregen)?
Welche akustischen Erfahrungen begleiten diese?
Welche optischen Erfahrungen?

Bewusstes Hineinspüren in meinen Körper beim Hinuntergehen in die Schlucht, in der der Wasserfall tost. Die steigende Lautstärke wahrnehmen: Lädt es mich energetisch auf? "Energie tanken". Welche inneren Empfindungen löst der Sprühregen auf meiner Haut aus?

ANKOMMEN

ALLGEMEIN

In der Herberge einen ruhigen, bequemen Platz zum Innehalten aussuchen.
Welche sinnesspezifischen Erfahrungen liefert dieser Ort

Das Abendessen als Ankommen mit allen Sinnen zelebrieren; im Hier und Jetzt.
In die Stille horchen - einen Atemrhythmus finden, der den Tag ausschwingen lässt.

Ankommen als bei sich Ankommen erfahrbar machen. Das Zusammenspiel von "außen" und "innen" erkennen.
In der Fantasie das Geschehen des Tages rekapitulieren, das Erfahrene annehmen und wertschätzen.
Es gut sein lassen.

KONKRET

Den Platz des Ankommens wählen und vorbereiten - Sitzgelegenheit, Lichtquelle (Kerze, Laterne...) Raum lüften, für angenehmen Duft sorgen.

Tagesrückblick, Fantasiereise vom Ausgangsort am Morgen bis hierher. Abschließen mit positiven Erfahrungen.

Erinnerungen nachsinnen - Depotwirkung erfahren.

Empfindungen nachspüren - die Freude, die damit einhergeht, aber auch die damit verbundene Anstrengung. Spüren, wie beides Leichtigkeit in mir erzeugt. Und schließlich das Gefühl „es geschafft zu haben“.

Spirituelles Erleben ist ein nie endendes Lernen, das die äußere sinnliche Erfahrung für die innere Reifung nutzt und dem Menschen hilft, Sinn im Leben zu finden.